Kooperationsprofessur für Internationalen Naturschutz

Niekisch flyer
   
   

Die Erhaltung der biologischen Vielfalt der Erde bedarf heute internationaler Kooperationen und Abkommen. Professor Manfred Niekisch entwickelt Naturschutzkonzepte zu ihrer Ausgestaltung und Umsetzung. Diese praxisrelevante Forschung war Niekisch schon vor seiner Ernennung zum Direktor des Frankfurter Zoos ein Anliegen. Er entwirft Strategien und Instrumente für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der natürlichen lebenden Ressourcen. Dazu gehören Schutzmaßnahmen für tropische Wälder, Managementkonzepte für Naturschutzgebiete und Ausarbeitungen eines sozial- und umweltverträglichen touristischen Zugangs zu diesen Arealen. Mit seinem Engagement will Niekisch zu der Veränderung menschlicher Verhaltens- und Wirtschaftsweisen für einen vorausschauenden Umgang mit der Natur beitragen. Häufig sind dafür entwicklungspolitische Initiativen und Arbeitsansätze eine Voraussetzung.

Der geografische Fokus der Arbeit Niekischs liegt auf Regionen in Südamerika und in Vietnam. Seine Forschung reicht von Studien zur potenziellen Landnutzung subantarktischer Gebiete im Süden Argentiniens bis zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Ressourcen im vietnamesischen Mekong-Delta. Diesem Schwerpunkt zur dauerhaft naturschonenden Landnutzung und zum Biodiversitätsschutz geht Niekisch auch vor dem Hintergrund des Klimawandels nach. In Kooperation mit dem Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiKF) plant Niekisch die Umsetzung der wissenschaftlichen Ergebnisse in Projekten, die einem strategischen Naturschutz dienen. Darüber hinaus sollen sie zur Existenzsicherung vor allem von Gemeinschaften und Ethnien beitragen, die in den Ländern des globalen Südens in Subsistenzwirtschaft leben.

In seiner Lehre will Niekisch den Studierenden nicht nur die biologischen und ökologischen Grundlagen des internationalen Naturschutzes vermitteln, sondern ihnen vor allem darauf aufbauende Erfahrungen ermöglichen. „Im Frankfurter Zoo mit seinen über 450 Tierarten können Studierende praktische Bezüge zwischen Artenschutz und Zootierhaltung herstellen. Sie führen verhaltensbiologische Studien durch und lernen Managementstrategien für bedrohte Arten kennen, die sie dann auch selbst entwickeln“, so Niekisch. Durch seine Einbindungen in die aktuellen Diskussionen zum internationalen Naturschutz kann Niekisch dabei auch zukunftsweisende Berufswege aufzeigen.

Zur Person

Niekisch klein

Nach seinem Studium der Biologie in Köln wurde Manfred Niekisch von der Universität Bonn mit einer Arbeit über Besiedlungsstrategien der Gelbbauchunke (Bombina variegata) promoviert. Er arbeitete in leitenden Funktionen bei den internationalen Naturschutzorganisationen World Wide Fund For Nature (WWF) und OroVerde, bevor er 1998 zum Professor für Internationalen Naturschutz an der Universität Greifswald berufen wurde. Niekisch nimmt Lehraufträge im In- und Ausland wahr. Ehrenamtlich ist er in zahlreichen Kommissionen und Leitungsgremien tätig, so als Präsident der Society for Tropical Ecology (gtö) und im Verwaltungsrat der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. 2008 wurde er in den Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) der Bundesregierung berufen. Im selben Jahr übernahm er die Leitung des Frankfurter Zoos. Seit 2010 ist Niekisch kooptierter Professor der Universität Frankfurt.

Kontakt:

Prof. Dr. Manfred Niekisch
Institut für Ökologie, Evolution
und Diversität/Zoo Frankfurt
Max-von-Laue-Str. 13
(Biologicum, Flügel C)
60438 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69 798 42100
E-Mail: manfred.niekisch@stadt-frankfurt.de