Studuntschuel

StudentInnen unterrichten SchülerInnen

Im Rahmen des Projektes Ökologisches Handeln lernen: Aktiver Naturschutz auf und am Flughafengelände werden angehende BiologielehrerInnen im Rhein-Main-Gebiet für eine intensive und aktive Auseinandersetzung mit dem Thema Naturschutz motiviert. Das dafür notwendige Handlungswissen wird zielgerichtet aufgebaut und durch die praktische Arbeit mit Schulklassen gefestigt. Als Grundlage wird ein Konzept für den außerschulischen Biologieunterricht zum Forschenden Lernen erarbeitet. Inhaltlich eignen sich insbesondere Themenbereiche, in denen die positive Auswirkung menschlichen Handelns ersichtlich wird.


Lernen ausserhalb

Lernen außerhalb des Klassenzimmers

Das Lernen außerhalb des Klassenraums unterscheidet sich in vielen Faktoren vom klassischen Schulunterricht – z.B. durch zeitliche und räumliche Rahmenbedingungen, Intensität der Naturbegegnung, Arbeiten mit Originalen in einem natürlichen Kontext, Kennenlernen von speziellen Arbeitstechniken – und stellt daher eine wichtige Ergänzung dar. Unterrichtsgänge, Ausflüge und mehrtägige Exkursionen sind für die SchülerInnen eine spannende und motivierende Abwechslung zum Schulalltag. Der Unterricht an außerschulischen Lernorten wird meist als weniger fremdbestimmt und als freier wahrgenommen. Um dieses Potential gewinnbringend auszuschöpfen, bieten sich Projekte an, in denen SchülerInnen im Rahmen des Forschenden Lernens an diesen besonderen Orten mehr Mitspracherecht, Gestaltungsmöglichkeiten und Freiheiten eingeräumt werden sollten. Für Lehrkräfte sind diese Schülerprojekte oftmals mit besonderen Anforderungen verknüpft. Spezifische Arbeitsweisen wie die Kartierung von Flächen, die flexible Methodenwahl vor Ort sowie inhaltliche Anforderungen (Artenkenntnis u.a.) stellen für Lehrkräfte eine Herausforderung dar, die im Rahmen ihrer Ausbildung oftmals nur unzureichend geschult werden können.


Arboretum

Außerschulischer Lernort Arboretum Eschborn

Im Begriff Arboretum steckt das lateinische Wort „Arbor“, welches „der Baum“ bedeutet. Folglich stellt eine Ansammlung  angepflanzter Bäume und Sträucher ein „Arboretum“ dar. Das Arboretum Main-Taunus liegt im Verantwortungsbereich von Hessen-Forst und dem örtlichen Forstamt Königsstein. Als Hauptsponsor fungiert die Fraport AG. Die Besucher des Arboretum Main-Taunus können etwa 600 verschiedene Baum- und Straucharten bewundern. Alle entstammen der nördlichen Erdhalbkugel und wurden im Arboretum Main-Taunus auf einer Gesamtfläche von 76 Hektar eines ehemaligen Militärgeländes angesiedelt. Entstanden ist das Arboretum Main-Taunus im Jahr 1981 als Ausgleichsfläche zum Ausbau des Flughafens Frankfurt. Heute dient es als „Anschauungs- und Lehrobjekt der Dendrologie“ (Hessen-Forst, 2011). Dem Besucher wird in kompakter Form ein Überblick über die vier gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel (Nordamerika, Ostasien, Vorderasien und Mitteleuropa) gegeben, da Bäume und Sträucher zu den sogenannten Waldgesellschaften angeordnet wurden. Infotafeln und farbliche Kennzeichnungen geben Aufschluss darüber, in welcher Zone sich der Besucher gerade befindet. Des Weiteren finden sich Sukzessionsflächen um die Entwicklung der Natur ohne menschliche Eingriffe zu beobachten und Streuobstwiesen mit besonders selten angebauten Obstsorten. Außerdem gibt es ein Feuchtbiotop, sowie den geologischen Lehrpfad, der über die in Hessen vorkommenden Gesteinsarten Aufschluss geben soll. Das Gebiet wird bejagt um die Tierbestände unter Kontrolle zu halten. Auch die (ökologische) Landwirtschaft findet ihren Platz und nutzt 25 Hektar als Grün- und Ackerland.

www.arboretum-main-taunus.de/


Mainaeppel

Außerschulischer Lernort MainÄppelHaus

Das MainÄppelHaus ist ein gemeinnütziges Streuobstzentrum auf dem Frankfurter Lohrberg. Seit 2005 führt das Streuobstzentrum die Tradition gärtnerischer Beratung (Beginn 1947) im  ehemaligen Beratungsgarten der Stadt Frankfurt fort und erhält den heimischen Lebensraum Streuobstweise in seiner Vielfalt. Überdies wird die regionale Identität mit ihrer Apfelkultur gepflegt, ökologischer Obstanbau betrieben und Kinder umweltpädagogisch betreut. Ziel ist es, die junge Generation den Streuobstwiesen näher zu bringen, um sie für ihren eigenen Lebensraum zu begeistern und ihnen die unmittelbare Artenvielfalt aufzuzeigen (MainÄppelHaus 2014).

Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Biotopen ganz Mitteleuropas und bieten die besten Voraussetzungen für eine hohe Artenvielfalt. Es existieren hier über 5000 Tier- und Pflanzenarten. Es sind über 3000 Obstsorten bekannt, von denen Walnuss und Speierling typisch für Streuobstwiesen sind. Die zahlreichen Pflanzenarten locken wiederum zahlreiche Tiere an, wie zum Beispiel Insekten, Vögel, Amphibien, Reptilien, kleine Säugetiere, sowie Weidetiere. Ebenso findet man Flechten, Moose, Pilze und Algen und zahlreiche (essbare) Kräuter.

Die Streuobstwiese ist durch ihre Artenvielfalt optimal als außerschulischer Lernort zur Umweltbildung geeignet, da diese viele verschiedene Möglichkeiten zum Erforschen der Umwelt bietet, sowie ein gutes Bewusstsein für Arten- und Naturschutz schaffen kann. Außerdem können die Schülerinnen und Schüler viele verschiedene Arbeitsweisen der Biowissenschaften kennenlernen, wie zum Beispiel das „Untersuchen“, das „Beobachten“, das „Zeichnen/Skizzieren“ oder auch das „Bestimmen/Ordnen“.

www.mainaeppelhauslohrberg.de


Campus riedberg

Außerschulischer Lernort Campus Riedberg

Der heutige naturwissenschaftliche Universitätscampus Riedberg hat sich vom Ackerland hin zur „Science City“ entwickelt. Mit der Auflösung des Uni Campus Bockenheim wurden hier nach und nach die naturwissenschaftlichen Fachbereiche angesiedelt und der heutige Campus entstand. Seit spätestens 2011 wird in den hier ansässigen Fachbereichen Geographie, Chemie, Biochemie und Pharmazie, sowie Physik und Biologie an Anwendungen und Innovationen geforscht. Auch die auf dem Universitätsgelände errichteten Forschungszentren Max-Planck-Institut für Biophysik und das Frankfurter Innovationszentrum Biotechnologie (FIZ) bereichern die biowissenschaftliche Wissensregion Rhein-Main.

Die auf neuesten Standards basierende technische Ausstattung an den Wissenschaftsinstituten und die Nähe der einzelnen Fachbereiche zueinander bieten SchülerInnen des Rhein-Main Gebiets eine hervorragende Gelegenheit selbst einmal Wissenschaftsluft zu schnuppern und Einblicke in das wissenschaftliche Arbeiten zu erlangen. Der Uni Campus Riedberg stellt also den geeigneten Umsetzungsort für nachhaltiges Lernen in wissenschaftspropädeutischem Sinn dar.

Im Goethe-BioLab können SchülerInnen in die Welt der Biowissenschaften eindringen, sich intensiv mit umweltrelevanten Themen auseinandersetzen, Anknüpfungspunkte zur eigenen Lebenswelt herstellen und Möglichkeiten zum eigenen Handeln erkennen. Doch nicht nur die Laborräume, vor allem auch die unmittelbare Umgebung dient als Anschauungsmaterial für die Integration von Arten- und Naturschutzthemen in die eigene Lebenswelt. Die den Campus umgebende Neubausiedlung bietet sich hervorragend für Themen wie „Stadtökologie“ an und auf dem Campus selbst gibt es eine riesige Artenvielfalt zu entdecken. Auch der neu eingerichtete Senckenbergische Arzneipflanzengarten stellt einen geeigneten außerschulischen Lernort dar, geht es um Reichtum und Nutzen von Kräutern und Heilpflanzen.


Projektförderung

Bei der Förderung der aufgeführten Umweltbildungsprojekte ist Fraport in großem Umfang beteiligt. Zum Rahmen des Nachhaltigkeitsprogrammes von Fraport gehören auch ökologische Maßnahmen in der Region. Hier sind Ausgleichsmaßnahmen, zu denen die Umwandlung naturferner Bestände zu naturnahen Wäldern rund um den Flughafen gehören, und aktiver Naturschutz im Flughafenbereich für SchülerInnen konkrete und begreifbare Handlungsmöglichkeiten, die die menschliche Verantwortung gegenüber der Natur erfahrbar machen. Dieses Projekt wird gefördert durch