Auditory Physiology and Cognition Lab

Forschungspraktika

Im Labor besteht die Möglichkeit ein Forschungspraktikum zu machen. Dabei können wir die Ausbildung in einer breiten Auswahl moderner Methoden der Neurowissenschaften anbieten. Die Methoden stehen im Zusammenhang mit dem Ansatz des Labors, einer Kombination von Verhaltensuntersuchungen mit elektrophysiologischen Ableitungen. Dies bietet die Möglichkeit einen Einblick in die Anwendung folgender Methoden zu bekommen:

  • Verhaltenstraining von Tieren
  • Psychophysische Methoden (Tiere und Mensch)
  • Aufnahme der Gehirnaktivität bei verhaltenstrainierten Tieren
  • Computergestützte Datenauswertung
  • Anatomische und histologische Techniken

 

Bachelor- und Masterarbeiten

Projekte zu den im Labor aktuell bearbeiteten Forschungsgebieten können gut im Rahmen einer Bachelor- oder Masterarbeit angegangen werden. Dabei kommen im Allgemeinen die oben genannten Methoden zur Anwendung. Konkrete Projekte können unverbindlich bei Bernhard Gaese erfragt werden. Freude an der Arbeit mit Tieren und Grundkenntnisse im Umgang mit Computern wären wünschenswerte Voraussetzungen. Projekte, die in letzter Zeit im Rahmen einer Bachelor-, Master-, oder Doktorarbeit bearbeitet wurden, beschäftigten sich mit folgenden Themen:

 

Unterscheidung von frequenzmodulierten Tönen beim Menschen

Viele akustische Signale enthalten sich schnell verändernde Frequenzanteile, sog. Frequenz­modulationen (FM). In diesen Modulationen steckt oft sehr wichtige Information. In der menschlichen Sprache unterscheiden sich bestimmte Konsonanten nur in den FM-Anteilen, wobei besonders die Richtung der Modulation (aufwärts, abwärts) entscheidend ist. In einer Arbeit wurde mit Hörtests untersucht, wie gut Menschen unterschiedlich schnelle Frequenzmodulationen in ihrer Richtung unterscheiden können. In der Arbeit konnten mehrfach abgesicherte Unterscheidungs­schwellen bestimmt werden und es konnte gezeigt werden, dass beide Modulationsrichtungen grundsätzlich sehr gut erkannt werden können (Manuskript in Vorbereitung).

 

Unterscheidung der Modulationsrichtung von FM-Tönen bei der Ratte

Vergleichbar zu den Untersuchungen am Menschen wurde in Verhaltenstests auch bei Ratten die Unterscheidungsfähigkeit für frequenzmodulierte (FM) Töne untersucht. Die Tiere waren erstaunlich gut in der Lage, die komplizierte Aufgabe zu lösen. Die Unterscheidungsschwellen waren denen des Menschen vergleichbar. Außerdem stimmten die Wahrnehmungsfähigkeiten gut mit den Eigenschaften der Neurone im Auditorischen Kortex überein, die für FM-Unterscheidung verantwortlich gemacht werden. Publiziert in: J. Assoc. Res. Otolaryngol. 7: 48-58 (2006).

 

Veränderung der Aktivierung der Hörbahn nach Schalltrauma

Die Schädigung der empfindlichen Sinneszellen im Innenohr, die zu einen Schalltrauma führen kann, geht in vielen Fällen mit der Zeit zurück und es kann wieder eine „normale“ Hörschwelle gemessen werde. In vielen Fällen kann es aber trotzdem zu einer Schädigung des Gehörs kommen, z.B. in der Form von Tinnitus oder sog. „verstecktem Hörverlust“. Diese Schädigungen treten verzögert auf und betreffen eher die Hörzentren im Gehirn als das Sinnesorgan. Im Rahmen einer Bachelorarbeit konnte bei Ratten gezeigt werden, dass ein Teil der Nervenzellen in der Hörbahn besonders von der Schädigung betroffen ist (d.h. die Zellen, die besonders durch laute Töne aktiviert werden). Außerdem konnte gezeigt werden, dass die verringerte Aktivität, die vom geschädigten Ohr kommt, in Gehirn durch besonders starke Erregung überkompensiert wird. Dies könnte die Grundlage dafür sein, dass nach Schädigung Sprache schlechter erkannt werden kann. (Bachelorarbeit 2018)

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Arbeitskreis Neurobiologie und Biosensorik

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