Arbeitskreis für angewandte Bioinformatik

Die Ausweitung der DNA-Sequenzierung im Hochdurchsatz und die damit verbundene Verfügbarkeit umfassender genetischer und genomischer Sequenzinformation von nahezu jedem beliebigen Organismus bewirkt, dass die Datenbasis evolutionärer Analysen zunehmend von biologischen Sequenzen dominiert wird. Nur wenige Arten dienen als Modelle für tiefergehende funktionelle Studien. Ein umfassendes Ausschöpfen des Informationsgehalts der Sequenzen und dessen korrekte Interpretation ist notwendig um ein Gesamtbild der organismischen Evolution zu erhalten.

Unsere Gruppe beschäftigt sich hauptsächlich mit der bioinformatischen Analyse biologischer Sequenzdaten vor einem evolutionären und funktionellen Hintergrund. Die Schwerpunkte unserer Arbeit reichen von der bioinformatischen Methodenentwicklung und -evaluierung über die Generierung neuer Daten durch Sequenzierung, Assemblierung und Annotation einzelner Genome und Transkriptome bis hin zur Rekonstruktion evolutionärer Verwandtschaftsverhältnisse mittels phylogenetischer und phylogenomischer Ansätze. Ein weiterer wesentlicher Fokus unserer Arbeit liegt auf der evolutionären Analyse funktioneller Protein-Interaktions-Netzwerke. Unter anderem befassen wir uns hier mit der Frage wann im Zuge der Evolution einzelnen Netzwerke entstanden sind, auf welchen Linien sie modifiziert oder gar verloren gegangen sind und was wir daraus über die Evolution der heute existierenden Arten und ihrer Charakteristika lernen können.